Cover Doppelspiel – Zwischen den Fronten

Lukas Voss · Prequel

Doppelspiel

Zwischen den Fronten

Ein geheimer Auftrag. Eine tödliche Mission. Und ein Ermittler zwischen den Fronten.

In New York kämpfen zwei Gangs um Macht und die Gunst eines internationalen Waffenhändlers. Lukas Voss geht undercover und gerät in ein Spiel aus Tarnung und Verrat. Die Vorgeschichte der Serie, kompakt erzählt.

  • Gratis mit Kindle Unlimited
  • E-Book, Taschenbuch, gebunden
  • Erschienen im September 2025

Worum es geht

Wie alles begann.

In den Straßen von New York tobt ein Krieg: Zwei rivalisierende Gangs kämpfen um Macht, Einfluss – und die Gunst eines internationalen Waffenhändlers.

Als Lukas Voss als verdeckter Ermittler in diese Welt eintaucht, beginnt ein Spiel aus Tarnung, Verrat und tödlichem Kalkül.

DOPPELSPIEL – Zwischen den Fronten ist das Prequel zur Lukas-Voss-Thrillerreihe und erzählt von den Anfängen eines Mannes, der Gerechtigkeit für vergangene Opfer sucht – und gerade deshalb nicht mehr zurückweichen kann.

Tarnung. Verrat. Tödliches Kalkül.

Leseprobe

Kapitel 1: Ein alter Bekannter

Fünf Jahre lag jener Tag nun schon in der Vergangenheit, aber der Geruch von Schießpulver und Tod war noch immer präsent in Lukas Voss Erinnerung.

Der Nebel hing wie ein Leichentuch über den gefrorenen Feldern Weißrusslands. Lukas zog den Mantelkragen höher und stapfte durch den knirschenden Schnee auf das verlassene Gehöft zu.

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Damals war er noch ein anderer Mann gewesen. Teamleader beim BKA, voller Idealismus und dem festen Glauben, dass Recht und Ordnung Probleme lösen konnten. Die Protokolle waren sein Leitfaden, die Hierarchie sein Kompass. Aber an diesem eisigen Februarmorgen sollte sein Weltbild erste Risse bekommen.

„Voss, was haben wir hier?“ Kommissar Weber, sein damaliger Vorgesetzter, stapfte neben ihm durch den Schnee. Ein guter Mann, aber einer, der Akten mehr vertraute als seinem Instinkt. Seine Atemwolken stiegen wie kleine Geister in die Luft, während er nervös auf seinem Klemmbrett herumkritzelte.

„Sieht aus wie ein Milizen-Massaker“, antwortete Lukas und blieb vor dem ersten Körper stehen. Ein junger Mann, nicht älter als zwanzig, das Blut um die Wunde eines präzisen Kopfschusses herum färbte sein Haar rot. Die Kugel war von hinten eingedrungen, sauber durch den Schädel. Zu präzise für einen chaotischen Feuerkampf zwischen verfeindeten Gruppen. „Aber irgendwas stimmt hier nicht.“

Die Stille war falsch. Lukas hatte schon Tatorte echter Milizen-Gefechte gesehen – chaotisch, voller Panik, überall Blut von Verwundeten, die versucht hatten zu fliehen. Zerfetzte Kleidung, wo Verletzte sich durch Dornenhecken geschleppt hatten. Verzweifelte Kratzspuren an Türen und Fenstern. Hier herrschte eine beunruhigende Ordnung. Als hätte jemand ein Schachspiel beendet und ordentlich alle Figuren vom Brett geräumt.

„Beide Seiten sind tot“, meldete Kriminalrat Hofmann vom anderen Ende des Hofs. Seine Stimme hallte seltsam gedämpft durch die Winterluft. „Sieht aus, als hätten sie sich gegenseitig ausgelöscht. Elf Männer hier, acht da drüben bei der Scheune. Falls es Überlebende gab, sind sie geflüchtet.“

Lukas ging methodisch von Leiche zu Leiche. Sein Atem bildete kleine Wolken in der eisigen Luft, während er jeden Toten inspizierte. Sein Team arbeitete effizient, dokumentierte jede Spur, jede Patronenhülse. Aber je mehr er sah, desto stärker wurde das nagende Gefühl in seinem Magen. Die Schusswunden waren zu sauber, die Positionen der Körper zu strategisch verteilt. Kein Körper lag in einer Fluchtposition. Alle waren gefallen, wo sie gestanden hatten, als hätten sie bis zum Schluss gekämpft anstatt zu fliehen.

„Die lokalen Behörden wollen den Fall schnell abschließen“, murmelte Weber und trat zu ihm. Sein Gesicht war rot vor Kälte, die Nasenspitze bereits gefühllos. „Ethnische Spannungen, alter Hass, kennen wir alles schon. Der Polizeichef hier möchte das Ganze bis Ende der Woche von den Schreibtischen haben.“

„Vielleicht zu schnell“, erwiderte Lukas und fotografierte zusätzliche Details. Die Positionen der Hülsen, die Winkel der Einschusslöcher, die Art, wie die Waffen gefallen waren. Ein Instinkt warnte ihn, dass diese Bilder später wichtig werden könnten. „Sehen Sie sich das an, Weber. Neunzehn Tote, aber keine Verwundeten. Keiner hat versucht, zu fliehen. Das ist nicht natürlich.“

Weber seufzte und stampfte mit den Füßen, um warm zu bleiben. „Lukas, manchmal ist Krieg einfach nur Krieg. Nicht alles muss eine tiefere Bedeutung haben.“

Aber Lukas hörte bereits nicht mehr richtig zu. Er war völlig in die Analyse der Spuren vertieft, las den Tatort wie ein aufgeschlagenes Buch. Die Waffen lagen verstreut zwischen den Körpern – moderne Kalaschnikows, Pistolen, sogar ein Granatwerfer, der nicht abgefeuert worden war. Lukas hob eine der Maschinenpistolen auf und drehte sie um. Die Seriennummer war deutlich sichtbar, aber irgendetwas störte ihn daran. Die Gravur sah zu frisch aus, zu perfekt für eine Waffe, die schon Jahre im Umlauf war.

„Müller!“, rief er dem Ballistik-Experten zu. „Komm mal her. Und bring deine Ausrüstung mit.“

Klaus Müller war ein pedantischer Mann, der Waffen las wie andere Leute Bücher. Seine Brille beschlug sofort in der Kälte, als er sich über die Waffe beugte. Er nahm die Maschinenpistole entgegen und runzelte die Stirn. „Interessant. Deutsche Produktion, Heckler & Koch, aber die Seriennummer …“ Er holte seine Lupe heraus. „Die ist nachträglich eingraviert worden. Sehr professionell, maschinell gemacht, aber definitiv nicht original. Sehen Sie hier, die Frässpuren verraten die Fälschung.“

Lukas spürte, wie sich sein Puls beschleunigte. „Überprüf alle Waffen. Von beiden Gruppen. Jede einzelne.“

Eine Stunde später, während die Schatten länger wurden und die Kälte durch ihre Winterkleidung kroch, hatte Müller seine Antwort. Seine Finger waren steif vor Kälte, aber seine Stimme war klar: „Es ist unmöglich“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Alle Waffen – egal ob von den nordöstlichen oder südwestlichen Toten – haben gefälschte Seriennummern. Und sie folgen demselben Muster. Demselben numerischen System. Wer immer diese Nummern gefälscht hat, war sehr methodisch.“

„Das bedeutet …“

„Ein Lieferant. Beide Seiten haben ihre Waffen von derselben Quelle bezogen.“ Müllers Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, seine Atemwolke stieg zwischen ihnen auf wie ein Geständnis. „Wer immer das war, wollte, dass sie sich gegenseitig umbringen. Hat sie bewaffnet wie Gladiatoren in einer Arena.“

Lukas starrte auf das Schlachtfeld und verstand plötzlich die perfekte Ordnung des Todes. Jemand hatte diese Männer wie Schachfiguren bewegt, hatte ihnen die Werkzeuge ihrer gegenseitigen Vernichtung geliefert und sie dann sich selbst überlassen. Kalt, berechnend, effizient. Aber warum? Was hatte dieser unsichtbare Puppenspieler davon, beide Seiten auszulöschen?

„Wir müssen tiefer graben“, sagte er zu Weber, während er zusätzliche Fotos von den Waffen machte. „Das hier ist kein lokaler Konflikt. Das ist organisiert. International organisiert.“

Weber seufzte und blickte nervös zu den weißrussischen Beamten hinüber, die ungeduldig auf ihre deutschen Kollegen warteten. „Lukas, wir haben klare Anweisungen. Dokumentieren, analysieren, Bericht schreiben. Wir sind nicht hier, um Verschwörungstheorien zu verfolgen. Das Budget ist begrenzt, die Zeit auch.“

Aber Lukas hörte bereits nicht mehr zu. Er war dabei, die beschlagnahmten Dokumente durchzugehen – zerknitterte Briefe, Notizen auf Zigarettenschachteln, Handy-Ausdrucke. Die meisten in kyrillisch, einige in gebrochenem Englisch. Namen von Kontaktpersonen, Ortschaften, Geldbeträge in verschiedenen Währungen. Ein Puzzle aus Fragmenten. Und dann, auf einem handgeschriebenen Zettel, fast unleserlich zwischen Blutflecken: „Кoval – Lieferung bestätigt. Bezahlung erfolgt.“

Eine kurze Notiz. Ein Name ohne Gesicht, ohne Kontext. Die Buchstaben wirkten fremd und bedrohlich auf dem schmutzigen Papier. Lukas fotografierte den Zettel, bevor er ihn in die Beweistüte steckte. Sein Instinkt schrie ihm zu, dass dieser Name wichtig war. Lebenswichtig.

„Zeit zu gehen“, rief Weber und klopfte sich den Schnee von den Stiefeln. „Die Kollegen hier übernehmen ab jetzt. Wir haben einen Flug zu erreichen.“

Auf der Fahrt zurück zum Flughafen starrte Lukas aus dem Fenster auf die vorbeiziehende weißrussische Landschaft. Endlose weiße Felder, durchzogen von dunklen Wäldern, die ihre Geheimnisse hüteten. Irgendwo da draußen war jemand, der Menschen wie Spielfiguren behandelte. Jemand namens Koval, der Waffen an beide Seiten eines Konflikts lieferte und sich dann zurücklehnte, um das Gemetzel zu beobachten. Ein Geschäftsmann des Todes.

„Was denkst du?“, fragte Weber und massierte seine steifen Finger.

„Dass wir nur die Spitze des Eisbergs gesehen haben“, antwortete Lukas leise und beobachtete, wie ein Schwarm Krähen über den Feldern kreiste. „Und dass dieser Koval noch längst nicht fertig ist.“

Drei Monate später verließ Lukas das BKA. Der offizielle Grund war „neue berufliche Herausforderungen“. Die Wahrheit war komplizierter. Er hatte versucht, dem Koval-Lead zu folgen, war aber gegen Bürokratie und Budgetbeschränkungen gelaufen. Jede Anfrage nach zusätzlichen Ressourcen wurde abgelehnt, jeder Vorschlag für weiterführende Ermittlungen in Ausschüssen zu Tode geredet. Der Fall wurde zu den Akten gelegt. Der Name Koval verschwand in einem Ordner, den niemand mehr öffnen wollte.

Aber manche Namen verschwinden nie wirklich. Sie graben sich ein wie Splitter unter der Haut.

* * *

„Du siehst nachdenklich aus.“

Lukas blinzelte und fand sich in der Gegenwart wieder. Markus Steins kantiges Gesicht blickte ihn über den Schreibtisch hinweg an, die grauen Haare standen wie gewohnt in alle Richtungen ab. Das warme Frankfurter Büro war ein Kontrast zu den eisigen Erinnerungen aus Weißrussland. Der Geruch von Leder und Kaffee ersetzte den bitteren Geschmack von Schießpulver und Tod.

„Entschuldigung“, sagte Lukas und setzte sich gerader hin. Die Heizung summte beruhigend in der Ecke. „Du hattest von einem neuen Fall gesprochen.“

Stein, ehemaliger Oberstleutnant und jetzt Lukas Chef bei einer privaten Sicherheitsfirma, schob ihm eine dicke Mappe rüber. „New York. Zwei rivalisierende Gangs, die sich seit Jahren bekriegen. Westside-Crew und Eastside-Syndicate. Plötzlich tauchen europäische Militärwaffen in ihren Straßenkämpfen auf. High-End-Material, das normalerweise nur Regierungen kaufen können.“

Lukas öffnete die Mappe und überflog die ersten Seiten. Fotos von Tatorten, Ballistik-Berichte, die ihm bekannt vorkamen. Verbindungen zu Offshore-Konten, die ins Leere liefen. Professionell, systematisch, effizient. Wie ein Déjà-vu aus einer anderen Zeit.

„Was ist dein Eindruck?“, fragte Stein und lehnte sich in seinem Sessel zurück.

Lukas studierte die Waffen-Fotos genauer. Moderne europäische Produktion, aber etwas störte ihn – ein Muster, das ihm bekannt vorkam. Ein System, das er schon einmal gesehen hatte, in einer anderen Zeit, in einem anderen Land.

„Das kommt mir sehr bekannt vor“, murmelte er und spürte, wie sich die Haare in seinem Nacken aufstellten. Die alten Instinkte erwachten wieder.

Stein lehnte sich vor, seine Augen wurden schmal. „Wie … bekannt?“

Lukas blickte auf und in seinen Augen lag eine Mischung aus Erkenntnis und düsterer Vorahnung. Nach fünf Jahren war er wieder da. Der Name, der ihn nie losgelassen hatte. Der Schatten, der Menschen zu Schachfiguren machte und Waffen wie Schicksal verteilte.

„Sehr bekannt“, sagte er leise und schloss die Mappe. „Ich glaube, wir haben es mit einem alten Freund zu tun. Einem, der gerne beide Seiten bewaffnet und dann zuschaut, wie sie sich gegenseitig vernichten.“

Der Name Koval lag unausgesprochen zwischen ihnen, aber Lukas spürte bereits, wie sich der Jagdinstinkt in ihm regte. Dieses Mal würde er keine Protokolle befolgen müssen. Dieses Mal würde er seinen Instinkten vertrauen können. Dieses Mal hatte er die Freiheit, die ihm das BKA nie gegeben hatte.

Und er würde Antworten finden – oder bei dem Versuch sterben.

Ende der Leseprobe

Koval ist zurück. Und diesmal gibt es keine Protokolle.

Lies weiter, wie Lukas in New York undercover zwischen die Fronten gerät.

Gratis mit Kindle Unlimited

Paul Chordwell

Hinter dem Buch

Wie Doppelspiel entstand

„Was passierte eigentlich vor Höhenangst? Welche Mission schloss Lukas damals ab? Diese Frage stellte ich mir früh selbst und schrieb deshalb ein Prequel, das genau das erzählt.“

Paul Chordwell

Was Leser über die Serie sagen

Spannung pur.

★★★★★

„Ich bin begeistert von dieser Reihe. Spannung pur und zügig geschrieben.“

Amazon-Rezension zu Doppelspiel

★★★★★

„Ein literarischer Sog, der einen vom ersten Satz an in seinen Bann zieht.“

Amazon-Rezension zu Höhenangst

★★★★★

„Rasant, spannend und voller Überraschungen – ein Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen will.“

Kathi, Amazon-Rezension zu Höhenangst

Ausgaben

Als E-Book, Taschenbuch und gebunden.

FormatUmfangISBNErschienen
E-Book (Kindle)187 Seiten–14.09.2025
Taschenbuch188 Seiten979-829771043614.09.2025
Gebundene Ausgabe159 Seiten979-827059824219.10.2025

Alle Ausgaben erhältst du über Amazon. Das E-Book ist in Kindle Unlimited enthalten.

Die Serie

Wie es weitergeht.

Cover Höhenangst

Danach: Band 1

Höhenangst

Lukas will nach dem Einsatz nur noch in den Urlaub. Sein Flug hat andere Pläne.

Cover Codename Artemis

Neu: Band 4 · ab 8. November

Codename Artemis

Sophia Frost ist verschwunden. Lukas hat ein Versprechen gegeben.

© 2026 Paul Chordwell

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